rettet den post sv

Post SV: Der Kampf um Squash in Wien


Eduard Stepanek
Eduard Stepanek warnt vor dem Aus: „Der Sport in Österreich stirbt gerade leise“

Neulich traf ich Eduard Stepanek im Club19 des 19. Bezirks von Wien. Draußen nieselte es auf die kürzlich renovierten „alten“ Squash-Courts, während drinnen die Legende Klartext sprach. Trotz seines fortgeschrittenen Alters von über 70 Jahren ist er immer noch schneller am Ball als die meisten 30-Jährigen.  Seine Wut war deutlich spürbar.

Quelle: https://squashwithme.voicenotes.com

Steht der Post SV wirklich vor dem Abgrund? Die fragwürdige Zukunft von Squash und Breitensport in Wien

Hallo zusammen, hier ist wieder euer Squash-Enthusiast aus Wien! Wer mich kennt, weiß, dass ich nicht nur über Schläger-Techniken und Turniere plaudere, sondern auch über die Herausforderungen, die unseren geliebten Sport bedrohen. Heute muss ich leider ein ernstes Thema ansprechen: den drohenden Verlust des Postsportvereins (Post SV) in Hernals. Als jemand, der selbst schon unzählige Male auf den Courts dort geschwitzt hat, trifft mich das persönlich. Und es geht nicht nur um Squash – es ist ein Symptom für den Zustand des Sports in ganz Österreich. Lasst uns das mal genauer betrachten, basierend auf aktuellen Fakten und einem Gespräch mit einer Legende.

Ein Gespräch mit Eduard Stepanek: “Der Sport ist zum Sterben verurteilt”

Vor Kurzem hatte ich die Ehre, mit Eduard Stepanek zu sprechen – ja, DER Eduard Stepanek, die österreichische Squash-Ikone, mehrfacher Meister und langjähriger Trainer. Er ist nicht nur ein Pionier unseres Sports, sondern auch ein scharfer Beobachter der Szene. In unserem Interview hat er kein Blatt vor den Mund genommen: “Sport in Österreich hat schon immer einen geringen Stellenwert gehabt, und jetzt wird er bald zum Sterben verurteilt.” Stepanek sieht im PostSV-Fall ein Paradebeispiel für das Vereinssterben: Budgetkürzungen in Gemeinden und Ländern führen zu weniger geförderten Sportstätten, und Vereine verlieren ihre Basis.

„5.000 Mitglieder, 2.000 Kinder – und ab 2028 vielleicht alles weg“

Hier die bestätigten Zahlen auf den Tisch, die wehtun:

  • 17 Hektar Gesamtfläche
  • 15 Sportarten
  • 5.000 aktive Mitglieder
  • davon 2.000 Kinder und Jugendliche
  • Pachtvertrag endet: 31. Dezember 2027
  • Neuausschreibung ab 2028 – Investor mit dem dicksten Geldbeutel gewinnt

Seine Stimme wird leiser, aber schärfer: „Wenn hier ein Bauträger kommt, stehen die Kids von heute auf morgen auf der Straße. Und wir alle zahlen später die Rechnung im Gesundheitssystem – mit Milliarden.“

Besonders kritisch ist er gegenüber den Dachverbänden wie ASVÖ, ASKÖ und Union: “Sie erfüllen ihre Aufgabe als Vertreter der Vereine nicht. Stattdessen dienen sie als politische Plattformen für Funktionäre.” Stattdessen sollten sie für mehr Förderung kämpfen, meint er. Und zum Post SV selbst: Mit 5.000 Mitgliedern, darunter 2.000 Kindern, steht der Verein vor dem Aus. Der Pachtvertrag läuft Ende 2027 aus und wird neu ausgeschrieben – die Chancen auf eine faire Lösung? “Hoch riskant”, sagt Stepanek. “Von heute auf morgen könnten alle auf der Straße stehen.”

Stepanek betont die gesellschaftliche Rolle des Sports: “Er ist entscheidend für die Volksgesundheit. Weniger Bewegung bedeutet mehr Kranke und höhere Kosten im System.” Seine abschließende Frage hat mich zum Nachdenken gebracht: “Denken eigentlich alle Leute in diesem Land vielleicht ein bisschen nach?” Das Gespräch hat mich tief beeindruckt – es zeigt, wie eng Squash mit dem großen Ganzen verbunden ist.

Die Fakten zum Post SV: Eine Oase in Gefahr

Der Post SV in Hernals ist nicht irgendein Verein: Auf 17 Hektar bietet er Platz für 15 Sportarten, von Fußball über Hockey bis hin zu Squash. Seit über 100 Jahren ist es die Heimat für Tausende, besonders für Kinder und Jugendliche aus dem Bezirk. Aber die Österreichische Post AG, als Eigentümerin, plant eine Umnutzung – ein “Postsport Viertel+” mit Wohn- und Gewerbeflächen. Das klingt modern, birgt aber Risiken: Der aktuelle Pachtvertrag endet am 31. Dezember 2027, und eine Neuausschreibung könnte Investoren bevorzugen, die mehr zahlen.

Die harten Fakten – nicht nur Gefühl

  • Laut Sport Austria sind seit 2020 österreichweit über 400 Vereine pleite gegangen oder haben ihre Anlagen verloren.
  • Die Stadt Wien investiert 2025 nur noch 0,8 % des Budgets in Sportinfrastruktur (2020 waren es noch 1,3 %).
  • Die WHO schätzt: Jede investierte Euro in Breitensport spart später 3–7 Euro im Gesundheitswesen.

Aktuelle Entwicklungen machen die Sache noch drängender. Vor nur drei Tagen hat ein Instagram-Video die Runde gemacht, das warnt: Über 2.000 Kinder könnten ab 2027 ohne Trainingsplatz dastehen. Das Video, gepostet von einem lokalen Aktivisten, zeigt die täglichen Aktivitäten auf dem Gelände und ruft zur Sensibilisierung auf. Es unterstreicht, was Stepanek sagt: Ohne Druck von unten und oben droht der Verlust.

Die Initiative “Rettet den Post SV” (rettet-den-postsv.at) kämpft ebenso dagegen. Sie fordern ein Win-Win-Konzept: Eine Public-Private-Community-Partnership (PPCP), die Sportflächen erhält und moderate Bebauung erlaubt. Ihr Slogan: “Das ist der Matchball für den POST SV! Mach mit und #Rette den POST SV!” Bisher haben Petitionen mit über 5.000 Unterschriften geholfen – 2023 gab’s sogar einen Baustopp. Aber 2025? Die Website zeigt einen Countdown bis 2027 (noch ca. 750 Tage), und es gibt Aufrufe, sich per E-Mail-Newsletter einzubringen. Leider keine neuen Events oder Petitionen in diesem Jahr, aber der Druck wächst.

Warum das Squash betrifft – und was wir tun können

Als Squash-Spieler weiß ich: Der Post SV ist einer der wenigen Orte in Wien mit qualitativ hochwertigen Courts, die für Amateure und Profis zugänglich sind. Stepanek hat hier auch trainiert, Turniere wurden früher organisiert – es ist Teil unserer Community. Wenn das Areal umgenutzt wird, verlieren wir nicht nur Plätze, sondern auch die Basis für Nachwuchs. In Österreich gibt’s eh schon zu wenige Squash-Anlagen; Kürzungen machen es schlimmer.

Evidenzbasierte Studien untermauern das: Berichte des österreichischen Sportministeriums zeigen, dass Breitensport-Investitionen seit der Pandemie zurückgehen, was zu höheren Inaktivität-Raten führt (Quelle: Sport Austria Jahresbericht 2024). Und international: Die WHO warnt vor den Kosten mangelnder Bewegung – bis zu 300 Milliarden Euro weltweit pro Jahr.

Was können wir tun? Zuerst: Unterstützt die Initiative! Meldet euch auf rettet-den-postsv.at für Updates an. Teilt Videos und Meldungen, sprecht mit euren Bezirksräten (z.B. in Hernals). Und politisch: Fordert die Zuständigen und den Bund auf, einzugreifen – die Post AG ist ja teilstaatlich.

Lasst uns nicht zuschauen, wie unser Sport stirbt. Squash ist mehr als ein Spiel – es ist Leben. Was denkt ihr? Kommentiert unten oder schickt mir eine Mail. Bleibt dran, und bis zum nächsten Post: Keep squashing!

Noch 749 Tage bis zum Matchball. Lasst uns diesen Ball zurückspielen – gemeinsam.
#RettetDenPostSV #SquashLebt #SportIstGesundheit → Direktlink zur Initiative: rettet-den-postsv.at
Danke fürs Lesen und Weiterteilen. Euer SquashWithMe


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